Wie ich zur Spezialisierung auf Bühnenangst kam

Mein Weg zu dieser Arbeit war nicht geplant. Er ergab sich aus der Begegnung mit Menschen, deren Talent von Angst überschattet wurde.

Während meines Psychologiestudiums interessierte ich mich zunächst für klinische Angststörungen. Die klassischen Lehrbuchfälle: Panikstörungen, soziale Phobien, generalisierte Angst.

Doch in meiner Praxiszeit begegnete ich einer Pianistin, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung an der Musikhochschule stand. Sie war außergewöhnlich talentiert, technisch brillant – aber sobald sie vor Publikum spielen sollte, versagte ihr Körper den Dienst.

Was mich faszinierte: Ihre Angst war hochspezifisch. Im Alltag war sie selbstbewusst und souverän. Nur die Bühne löste diese extreme Reaktion aus.

Klaviertasten im Nahaufblick

Die Entdeckung einer Lücke

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto klarer wurde mir: Bühnenangst fällt durch viele Raster. Sie ist keine klassische Angststörung, aber auch kein reines Performanceproblem.

Therapeuten behandeln sie oft wie eine soziale Phobie. Coaches versuchen es mit Motivationstechniken. Beides greift zu kurz.

Ich begann, mich intensiv mit der Schnittstelle von Leistungspsychologie, Neurowissenschaft und künstlerischer Performance zu beschäftigen.

Mein Hintergrund

Ich habe Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert, mit Schwerpunkt auf Angstforschung und Neuropsychologie. Meine Masterarbeit befasste sich mit physiologischen Stressreaktionen bei Musikern.

Danach folgte eine Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie, ergänzt durch Weiterbildungen in somatischer Traumatherapie und Achtsamkeitsbasierten Verfahren.

Was mir jedoch am meisten geholfen hat, waren die Jahre der direkten Arbeit mit Künstlern. Jeder Fall lehrte mich etwas Neues über die Facetten von Auftrittsangst.

„Endlich jemand, der versteht, dass es nicht nur um 'Nervosität' geht. Die Arbeit war präzise und hat mir konkret geholfen."

Meine Arbeitsweise

Ich arbeite integrativ. Das bedeutet: Ich nutze Methoden aus verschiedenen Therapierichtungen, je nachdem, was in Ihrer spezifischen Situation am wirksamsten ist.

Der Kern meiner Arbeit besteht darin, die individuelle Angstdynamik zu verstehen. Warum reagiert Ihr System genau so? Was hält die Angst aufrecht? Welche unbewussten Überzeugungen spielen eine Rolle?

Daraus entwickeln wir gemeinsam Interventionen, die zu Ihrem Leben, Ihrem Auftrittsstil und Ihren Zielen passen.

Was mich antreibt

Es gibt kaum etwas Frustrierenderes, als aufgrund von Angst hinter den eigenen Möglichkeiten zurückzubleiben. Talent, das sich nicht entfalten kann, weil der Körper blockiert.

Meine Arbeit ermöglicht es Menschen, ihre Fähigkeiten tatsächlich zu zeigen. Nicht, indem die Angst einfach verschwindet – das ist oft unrealistisch. Sondern indem sie lernen, trotz Angst zu performen.

Wenn eine Klientin nach Monaten zum ersten Mal wieder ohne Panik auf der Bühne steht, ist das jedes Mal ein besonderer Moment. Nicht nur für sie, auch für mich.

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Meine Werte

Respekt vor Ihrer Expertise: Sie sind der Experte für Ihre Kunst. Ich bin Expertin für die Psychologie der Angst. Gemeinsam finden wir Lösungen.

Realitätsbezug: Ich verspreche keine Wunder. Aber ich verspreche ehrliche Einschätzungen und wirksame Methoden.

Vertraulichkeit: Was wir besprechen, bleibt zwischen uns. Gerade in der Künstlerszene ist Diskretion wichtig.

Warum ich selbständig arbeite

In institutionellen Kontexten – Kliniken, Beratungsstellen – sind die Behandlungsprotokolle oft starr. Man hat zwölf Sitzungen, dann muss der Klient eine deutliche Verbesserung zeigen.

Bühnenangst funktioniert nicht nach diesem Schema. Manchmal braucht es nur wenige Sitzungen. Manchmal ist eine längere Begleitung sinnvoll, besonders vor wichtigen Karriereschritten.

In meiner eigenen Praxis kann ich diese Flexibilität bieten. Wir arbeiten so lange zusammen, wie es nützlich ist – nicht länger, nicht kürzer.

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